Trutz Hardo: Staresoteriker boomt trotz Verurteilung

Einer der bekanntesten Esoteriker im deutschen Sprachraum ist der 1939 geborene „Reinkarnationstherapeut“ Trutz Hardo, mit bürgerlichem Namen Tom Hockemeyer.
Er geriet in die Schlagzeilen, nachdem sein Buch „Jedem das Seine" erschien. Darin verniedlichte und rechtfertigte er die in den KZs gemachten Verbrechen mit einer „karmischen" Sichtweise. (Siehe: logo.at, sodann ESOinfo&service, Trends, Esoterik & Rechtsextremismus II)
Die jüdische Gemeinde in Hessen startete 1998 ein Strafverfahren, 2000 lief das Berufungsverfahren. Das in der Berufung bestätigte Urteil lautete: „Der Angeklagte wird wegen Volksverhetzung in Tateinheit mit Beleidigung und der Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener kostenpflichtig zu einer Geldstrafe von 100 Tagesätzen zu je 40.- DM verurteilt. Die allgemeine Einziehung der Druckschrift ‚Jedem das Seine´ ... wird angeordnet." (Zit. nach Lutz Neitzert: „Jedem das Seine". Der Fall Trutz Hardo, in: Lutz Lemhöfer, Kurt-Helmut Eimuth (Hg): Braune Flecken der Esoterik, Frankfurt am Main 2001, S.11)
Trotz derart bedenklicher Publikationen boomt der „Reinkarnationstherapeut" weiter und hält seine Seminare ab. In Österreich organisiert(e) ihn „Dietrich" im steirischen Gratkorn, nahe bei Graz. Gerhard Dietrich hält Seminare in der Tradition des Mentaltrainings nach Tepperwein ab und unterhält neben einer „Lebensschule" auch einen Seminarbetrieb. Das neueste breit beworbene Angebot (laut Pulsar 3/03, S.19) von „Dietrich": Am 26. – 27. April 2003 tritt Hardo in Breitenaub, Wiener Neustadt auf. Thema: „Beziehungen klären durch Reinkarnation." Versprochen wird: „Sie werden in verschiedene frühere Leben zurückgeführt, um die Ursachen für heutige positive oder negative Beziehungen zu klären."
Bedenkliche Interpretationen der Karmalehre häufen sich. Ende letzten Jahres musste sich der in Deutschland durch sein Buch „Der Kelch der Vergebung" bekannt gewordene 62jährige „Reinkarnationstherapeut" Gurnamanz Göbel wegen Mordes an einem seiner Patienten verantworten. Laut Reinkarnationssitzungen war der 45jährige Patient als hunnischer Krieger zur Zeit Attilas entlarvt worden. Der Patient flehte seinen Therapeuten an, den „karmischen Ausgleich" zu vollziehen. Nach einigem Zögern durchschnitt Göbel seinem Patienten mit einem Messer die Kehle. Er nannte den Mord einen „Akt der Gnade" (Zit. in Pulsar 3/03, S.64 und in Connection 2/03).
Roman Schweidlenka





































