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Anna - Freiwilligeneinsatz in Äthiopien

Mein Jahresvolontariat in Addis Abeba/Äthiopien

© Anna Gamperl

Ich habe wie viele andere auch die Matura gemacht, aber gleich studieren, wie meine Schulkollegen, wollte ich einfach nicht...
Länger habe ich schon davon geredet, nach der Schule nach Afrika zu gehen, der Kontinent und die Lebensfreude haben mich einfach fasziniert. Gesagt –getan! Koffer gepackt und nach Äthiopien geflogen!
Naja okay, ganz so spontan war es dann doch nicht, wenn man nämlich 12 Monate in einem anderen Land verbringen möchte, sind ein paar organisatorische Dinge doch wichtig vorab zu überlegen.

Ich habe den Verein „Jugend Eine Welt" kennengelernt und mich auch sofort in die Idee eines Jahresvolontariats verliebt. Im Herbst vor meiner Ausreise haben drei Vorbereitungswochenenden stattgefunden und als Abschluss fand eine entwicklungspolitische Woche statt, wo wir uns persönlich auf unseren Einsatz vorbereiten konnten. Jugend Eine Welt finanziert sich zu einem großen Teil über Spenden und auch wir Volontäre haben uns da beteiligt. Ich habe vorab schon ein paar Veranstaltungen in meiner Gemeinde gemacht, um so Spenden für unser Projekt zu sammeln. Habt keine Angst vorm Spendensammeln, viele Menschen sind unglaublich großzügig und wollen wirklich helfen, wenn sie wissen, wohin genau ihr Geld kommt.

Aber zurück zu Äthiopien! Welche Bilder kommen euch in den Kopf wenn ihr an dieses afrikanische Land denkt? Vermutlich denkt ihr an Armut oder an kleine Kinder, die mit Hungerbäuchen um Essen bitten... Dieses Land hat aber so viel mehr zu bieten und es war mir wirklich eine riesige Freude, das alles kennenzulernen. Der Binnenstaat im Osten Afrikas wurde nie vollständig kolonialisiert, hat daher eine sehr lange Geschichte und viele Traditionen. Äthiopien ist bekannt für den guten Kaffee und auch ich hab immer wieder gesehen, wie zentral das „schwarze Gold" auch für die Menschen im Land ist. Zu Feiertagen oder besonderen Anlässen werden sogar ganze Kaffee-Zeremonien veranstaltet, wobei gemeinsam Kaffee gewaschen, geröstet, gemahlen, gekocht und schließlich auch getrunken wird. Also ein richtiges Paradies für Kaffeeliebhaber, wie mich... :)

Natürlich bin ich aber nicht nur wegen des Kaffees nach Addis gereist, sondern um dort in einem Jugendzentrum mitzuarbeiten. Das Youth Center Mekanissa ist ein Straßenkinderpräventionsprojekt, wo täglich ca. 500 Kinder und Jugendliche zwischen 4 und 22 Jahren ihren Tag verbringen, die Schule besuchen, warme Mahlzeiten bekommen und einfach einen Platz haben, wo sie Kind sein können. Meine Aufgabe war es zwar Englisch zu unterrichten, aber natürlich habe ich überall geholfen wo noch ein paar Hände gebraucht wurden. Ich persönlich habe meine Hauptaufgabe aber darin gesehen, für die Kinder da zu sein, mit ihnen zu spielen, ihnen zuzuhören und somit ihnen zu zeigen, dass sie wem wichtig sind und dass jemand für sie da ist.

Ich bin in den letzten Jahren oft gefragt worden, warum ich mich für ein Volontariat entschieden habe und manchmal waren die Antworten darauf gar nicht so leicht zu finden, denn mit einem „Weil ich es wollte..." waren die wenigsten interessierten Leute zufrieden. In meiner Kindheit durfte ich so viel Schönes erfahren und ich wollte von dem Glück, dass ich hatte, einfach etwas hergeben und mit anderen teilen. Ich wollte mit Kindern arbeiten, mich solidarisch zeigen, mit all jenen die nicht so viel haben, aber gleichzeitig natürlich auch über den eigenen Tellerrand hinausblicken und eine neue Kultur kennenlernen. Heute bin ich mir sicher, damals viel mehr selbst gelernt und für mich mitgenommen zu haben, als ich jemals hergeben hätte können. Dieses Jahr war eine riesige Bereicherung für mich und ich möchte all die bunten Erfahrungen aus Äthiopien keinesfalls mehr missen.

Ein paar Dinge waren natürlich anders, an einiges habe ich mich erst gewöhnen müssen (das scharfe Essen z.B.) und auf ein paar Luxusgüter habe ich gerne verzichtet. Ich habe mit den anderen Volontären in einem kleinen Haus gewohnt und mir dort mit meiner österr. Kollegin das Zimmer geteilt. Wir haben nicht nur gemeinsam gearbeitet, sondern auch gemeinsam unsere Freizeit verbracht. Freizeit in dem Sinne hatten wir nicht so viel, meist war es ein gemeinsames Essen am Abend und ab und zu ein Film oder eine Folge unserer Lieblingsserie danach. Wenn wir mehr Zeit für uns brauchten, war es grundsätzlich nie ein Problem diese auch zu bekommen und ich habe alle Stadtbesichtigungs-/Einkaufs-/Kaffeenachmittage sehr genossen. Am Beginn des Jahres hab ich in fast jeder freien Minute mein Amharischheft zur Hand genommen und fleißig versucht Vokabel zu lernen.

Äthiopier haben es sehr geschätzt, wenn wir versuchten uns mit unserem gebrochenen Amharisch zu verständigen. Englisch sprechen sie nicht so gerne, für uns ein Vorteil, da wir so wirklich schnell die Landessprache gelernt haben.

Interesse auch ein Volontariat zu machen?? Ich kann jeden wirklich nur dazu ermutigen, ich habe so viele schöne Augenblicke erlebt, so viel gelernt, meine Wertigkeiten bestimmt auch neu definiert und bin mit einem Rucksack voller bereichernder Erinnerungen wieder heimgeflogen.

Jetzt studiere ich Soziale Arbeit in Graz. Das Fernweh lässt mich aber dennoch nicht mehr ganz los, also ist ein Erasmussemester in Spanien sowie ein längeres Praktikum - ebenfalls im Ausland - fix eingeplant.

Am Ende darf ich euch jetzt noch ein Zitat mitgeben, das mir bei meiner Entscheidung zum Volontariat sehr geholfen hat:

„Sei selbst die Veränderung, die du dir von dieser Welt wünscht." (M. Gandhi)

P.S.: Für deine Reise nach Äthiopien ein Tagebuch mit vielen leeren Seiten, die Kamera, Plastikschuhe für die Regenzeit und das Lausshampoo ja nicht vergessen ;)

PROJEKTE:

Mitmischen bei den Wahlen in der Steiermark und Vielem mehr. Verbindungen knuepfen, Gemeinsamkeiten entdecken, Bewusstsein schaffen. Beteilige dich an den ersten steirischen Jugendgesundheits-konferenzen! Gesundheitskompetenz in der professionellen, ausserschul. Jugendarbeit.

Stadt Graz, Amt für Jugend und Familie auf www.graz.atLand Steiermark, Abteilung 6 Bildung und Gesellschaft auf www.verwaltung.steiermark.at

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