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Home > JUGEND.INFO > EINFACH WEG > ERFAHRUNGSBERICHTE > Freiwilligeneinsatz > Nikolaus - EFD in der Türkei

Nikolaus - 10 Monate EFD in Istanbul, Türkei

Horizonterweiterung zwischen zwei Welten

© Nikolaus Leopold

@: Kurze Projektbeschreibung aus deiner Sicht:
Ich arbeitete in YAŞÖM, das ist Yaşayarak Öğrenme Merkezi (ş = sch, ğ = unausgesprochen wie in Yoğurt = jourt, z = s wie summ summ Biene summ herum), was wörtlich übersetzt heisst: „Zentrum für Lernen durch Leben" bzw. „sinngemäßes Zentrum für informelles Lernen". Dieses Projekt wurde von Studierenden initiiert, nach dem diese ein interkulturelles Camp besucht hatten, und dort im Rahmen eines Workshops zu informellem Lernen fasziniert von dem Konzept waren. Somit gründeten diese mit Freunden YAŞÖM, was eigentlich nicht mehr ist als ein Bürozimmer inmitten von Istanbul und ein Haufen Freiwilliger, welche dort ein Angebot an informellen Kursen, Workshops und anderen Aktivitäten aller Art anbieten. Aber es ist eben doch viel mehr als das, dazu gleich mehr ...

@: Warum warst du im Ausland?
Nach der Schule wollte ich die Gelegenheit nutzen wieder einmal ins Ausland zu gehen. Für mich war klar, dass ich möglichst etwas Neues erleben wollte, und die Türkei schien gerade recht, obwohl ich keinerlei Kontakte dorthin hatte und auch noch nie dorthin gereist war. Ein wichtiger Beweggrund war, die Hintergründe der türkischen Geschichte, Kultur und Lebensrealität besser verstehen zu können, um dieses Verständnis auch in Österreich zum besseren interkulturellen Verständnis einsetzen zu können.

@: Erzähle uns bitte ein bisschen von deinem EFD Projekt!
YAŞÖM, mein Projekt, ist eine tolle Sache! Im Grunde ist es eben ein Büro und ein Haufen Freiwilliger, aber dieser Haufen hat es in sich! Insgesamt sind es wohl so 20 aktive Studenten die sich untereinander mittlerweile auch gut kennen und regelmäßig Aktivitäten veranstalten. Die Aktivitäten reichen von Sprachtreffen wo man einfach zusammen kommt um zu sprechen (Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Türkisch), wirklichen Sprachkursen von Null weg (Englisch, Deutsch) über Fotografiekurse, Dramaworkshops, Erste-Hilfe-Kurse, 3D-Grafikworkshops, Computerkurse, Rhetorikworkshops, bis hin zu Vorträgen über die Länder der Freiwilligen oder über Studieninteressen.
Persönlich war ich für Englisch und Deutsch zuständig und habe auch manchmal bei Spanisch geholfen zusammen mit anderen Freiwilligen aus der Türkei, Deutschland und Italien/Spanien. Das hat mitsamt Vorbereitung so in etwa 2–3 Tage der Woche beansprucht. Weiters habe ich als ’regulärer Freiwilliger’ dort auch bei der Organisation von Aktivitäten am Wochenende mitgeholfen (Sessel aufstellen, Aufräumen etc.). Vor allem aber war ich auch für die Verwaltung und Neugestaltung einiger Websiten verantwortlich, was auch so 2 Tage in der Woche gebraucht hat.
Später habe ich dann auch einen 3D-Grafikkurs (mit der Open Source Software Blender) organisiert und einen Workshop über Open Source versanstaltet, was beides sehr interssant war. Irgendwann gab es auch einen Vortrag über Österreich :)
Schlussendlich war ich auch in die Organisation und Durchführung von zwei einwöchigen internationalen Youth-in-Action Camps eingebunden, was auch eine tolle Erfahrung war!

@: Tuzluluk – Salzigkeit: Wie ist es dir mit dem Erlernen der türkischen Sprache ergangen?
Türkisch ist eine sehr leichte, da sehr regelmäßige Sprache. Die Grammatik kann man über das Internet in zwei bis drei Monaten einigermaßen vollständig lernen, und damit kommt man dann schon relativ weit, da die Worte oft nach eindeutigen Mustern zusammengestellt werden (zB tuz = Salz, tuzlu = mit Salz, salzig, tuzsuz = ohne Salz, tuzluk = Ding bezogen auf Salz, Salzstreuer, tuzluluk = Salzigkeit, etc.)

@: Was hast du in deiner Freizeit unternommen?
Viel von Istanbul erforscht! Diese Stadt ist gewaltig groß und sehr faszinierend! Die verschiedenen Viertel haben alle (naja nicht alle) ihren eigenen Charme und ihre eigene Mentalität. Ich habe mir auch ein Fahrrad zugelegt und bin damit hin und wieder ausgefahren. Das geht aber nur an der Küste gut, sonst ist das ein bisschen ein Wahnsinn :)

@: Wie sah es mit den ungefähren Kosten aus?
Ich habe ca. 580 € pro Monat direkt erhalten und bin damit gut ausgekommen!
Für die Unterkunft habe ich so 550 türkische Lira, also ca 240 € (der Wechselkurs hat sich mittlerweile stark verändert) gezahlt wobei von Gas bis Internet alles inkludiert war (Preise für Studenten-Unterkünfte sind so 300–900 Lira).
Für Lebensmittel habe ich so 400 Lira pro Monat gebraucht (ca. 170 €), für Transport ca. 200 TL (80 €). Somit blieb noch genug für sonstige Notwendigkeiten.
Essen ist, je nachdem wo man in Istanbul lebt, teilweise sehr billig (sagen wir mal halb so teuer wie bei uns).

@: ...bezüglich Visum
Man sollte beim Türkischen Generalkonsulat in Wien um ein Touristenvisum ansuchen (Bei mir war das 90 Tage gültig und kostete 60 €). In der Türkei selbst muss man dann je nach Aufenthaltsdauer um eine Aufenthaltsgenehmigung ansuchen. Das ist ein sehr langwieriger Prozess, daher sollte man möglichst früh damit anfangen!

@: In wie weit hat dich deine Auslandserfahrung verändert?
Extrem. Ich muss ehrlich sagen, dass ich in diesen 10 Monaten gewissermaßen die eigentliche Reife-Prüfung abgeschlossen habe. Ebenso ist meine Politikverdrossenheit komplett verschwunden. Ich sehe es nun als meine Verantwortung an, mitzureden wo ich kann und mich weiterzubilden.

@: Was ich gerne noch erzählen möchte:
Das Essen ist übrigens wahnsinnig gut!! :)

PROJEKTE:

Mitmischen bei den Wahlen in der Steiermark und Vielem mehr. Verbindungen knuepfen, Gemeinsamkeiten entdecken, Bewusstsein schaffen. Beteilige dich an den ersten steirischen Jugendgesundheits-konferenzen! Gesundheitskompetenz in der professionellen, ausserschul. Jugendarbeit.

Stadt Graz, Amt für Jugend und Familie auf www.graz.atLand Steiermark, Abteilung 6 Bildung und Gesellschaft auf www.verwaltung.steiermark.at

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